Was kostet eine Thermografie-Aufnahme?
Eine einfache Außenaufnahme mit kurzer Auswertung kostet ab etwa 250 Euro netto. Ein vollständiger Bericht für alle Fassaden mit Handlungsempfehlungen kostet 450 bis 650 Euro netto. Nehmen Sie zusätzlich Innenräume mit auf, liegt der Preis bei etwa 350 Euro. Den Ausschlag geben die Größe des Hauses, ob nur die Außenhülle oder auch Innenräume aufgenommen werden, und wie ausführlich der Bericht ausfällt.
Eine Wärmebildkamera macht bei einer Thermografie-Aufnahme Temperaturunterschiede an der Außenwand sichtbar. Kalte Stellen im Winterbild deuten auf Wärmebrücken hin. Das sind Bauteile, die mehr Wärme nach außen leiten als die Wand um sie herum.
Ein Handyfoto mit einer aufgesteckten Wärmebildkamera ersetzt diese Aufnahme nicht. Für ein brauchbares Ergebnis braucht es eine kalibrierte Kamera, festgelegte Abstände und eine Fachkraft, die die Unterschiede einordnet, statt nur bunte Flächen zu zeigen.
- Fensterlaibungen und Fensteranschlüsse, wenn die Dämmung dort unterbrochen ist.
- Rollladenkästen, die oft ungedämmt in der Fassade sitzen.
- Übergänge zwischen Wand und Balkon- oder Terrassenplatte, wo Beton die Wärme leitet.
- Heizkörpernischen in alten Wänden, an denen die Wand dünner ausgeführt wurde.
- Anschlüsse zwischen Dach und Außenwand sowie schlecht gedämmte Rollladenkästen im Dachgeschoss.
Was kostet ein Blower-Door-Test?
Ein Blower-Door-Test mit Suche nach undichten Stellen kostet für ein Einfamilienhaus 400 bis 700 Euro. Ein Ventilator in einer Außentür baut dabei einen Unter- oder Überdruck im Haus auf. Das Messteam misst, wie viel Luft durch undichte Stellen strömt.
Bei der Suche nach undichten Stellen geht das Messteam während der laufenden Messung mit der Hand oder einem Rauchröhrchen an Fensterfugen, Steckdosen, Rollladenkästen und Bauteilanschlüsse. So macht es jede undichte Stelle einzeln spürbar oder sichtbar. Eine Messung ohne diese Suche liefert nur eine Zahl, zeigt Ihnen aber nicht, wo Sie nachbessern müssen.
Das Ergebnis heißt n50-Wert. Er sagt, wie oft sich die gesamte Luft im Haus bei einem festen Druckunterschied in einer Stunde austauscht. Für jedes Haus mit einer dichten Hülle gilt dafür eine Obergrenze. Fördert Ihnen die Förderbehörde BAFA oder die staatliche Förderbank KfW eine Sanierung zum Effizienzhaus, gelten zusätzlich strengere Werte.
Ohne Lüftungsanlage sind höchstens 3,0 pro Stunde erlaubt, mit Lüftungsanlage höchstens 1,5 pro Stunde. Genau diese 1,5 pro Stunde gelten auch für das Effizienzhaus 55, das strengere Effizienzhaus 40 kommt auf höchstens 1,0 pro Stunde. Am striktesten ist mit höchstens 0,6 pro Stunde das freiwillige Passivhaus.
| Gebäude beziehungsweise Standard | n50-Grenzwert | Gilt für |
|---|---|---|
| Haus ohne Lüftungsanlage | höchstens 3,0 pro Stunde | jedes Haus mit dichter Hülle nach dem Stand der Technik |
| Haus mit Lüftungsanlage | höchstens 1,5 pro Stunde | Häuser mit Lüftungsanlage, etwa nach dichtem Fenstertausch |
| KfW-Effizienzhaus 55 | höchstens 1,5 pro Stunde | geförderte Sanierung oder Neubau zu dieser Stufe |
| KfW-Effizienzhaus 40 | höchstens 1,0 pro Stunde | geförderte Sanierung oder Neubau zu dieser strengeren Stufe |
| Passivhaus | höchstens 0,6 pro Stunde | freiwilliger Passivhaus-Standard, keine Förderpflicht |
Liegt der gemessene Wert über der Grenze, verlieren Sie die Förderung nicht automatisch. Meist reicht eine gezielte Nachbesserung der gefundenen undichten Stellen, zum Beispiel mit mehr Dichtmasse an den Fensteranschlüssen, und danach eine zweite Messung. Diese zweite Messung kostet weniger als die erste, weil das Team die undichten Stellen aus dem ersten Termin schon kennt.
Wann bringt welche Messung den größten Nutzen?
Vor der Sanierung zeigt eine Thermografie-Aufnahme, an welchen Bauteilen sich eine Dämmung am meisten lohnt, weil dort die größten Wärmeverluste sichtbar werden. Nach der Sanierung bestätigt ein Blower-Door-Test, ob die neuen Fenster und die neue Dämmung wirklich dicht angeschlossen wurden. Eine sichtbar gute Dämmung kann trotzdem undichte Fugen haben, die eine Wärmebildkamera von außen nicht zeigt. Diese Erkenntnisse fließen am besten in den individuellen Sanierungsfahrplan ein, den Ihr Energieberater für Ihr Haus erstellt.
Planen Sie die Sanierung erst und suchen die größten Schwachstellen?
Eine Thermografie-Aufnahme in der Heizperiode zeigt Ihnen, wo die Außenhülle am meisten Wärme verliert.
Haben Sie Fenster, Dach oder Fassade schon erneuert und wollen die Ausführung prüfen?
Ein Blower-Door-Test nach den Arbeiten zeigt, ob die neuen Anschlüsse wirklich dicht sind, am besten noch bevor das Gerüst abgebaut wird.
Bei Schimmelverdacht ohne erkennbare undichte Stelle hilft die Kombination: Die Thermografie findet kalte Flächen, der Blower-Door-Test findet die undichten Stellen, die zu Feuchte führen können.
Beauftragen Sie beide Messungen möglichst bei einer Fachfirma mit Erfahrung in der Gebäudethermografie, nicht bei einem allgemeinen Handwerksbetrieb mit einer geliehenen Kamera. Der Unterschied liegt weniger im Gerät als in der Erfahrung, echte Wärmebrücken von harmlosen Spiegelungen auf Glas oder Metall zu unterscheiden.
Ist die Messung Pflicht oder freiwillig?
Pflicht ist ein Blower-Door-Test, wenn Sie eine Förderung für ein Effizienzhaus bei der Förderbehörde BAFA oder der staatlichen Förderbank KfW nutzen. Der Nachweis der Dichtheit gehört dann zu den Bedingungen der Förderung. Bei einem Neubau muss die Außenhülle ohnehin dauerhaft luftdicht sein.
Die häufigste Ursache für einen zu hohen n50-Wert sind nicht die Fenster selbst, sondern ihre Anschlussfugen zum Mauerwerk. Dazu kommen Durchführungen für Strom-, Wasser- und Lüftungsleitungen, die beim Innenausbau leicht vergessen werden. Ein Blower-Door-Test noch vor dem Schließen der Innenwände deckt solche Stellen auf, bevor sie hinter Putz oder Gipskarton verschwinden.
Freiwillig, aber sinnvoll ist eine Messung, wenn Sie gezielt eine hohe Heizkostenabrechnung, Zugluft an einer bestimmten Stelle oder Schimmelflecken ohne erkennbaren Grund klären wollen. Eine Messung nur auf Verdacht, ohne konkreten Anlass, liefert dagegen selten ein Ergebnis, das die Kosten wert ist.
Wie läuft eine Messung in der Praxis ab?
Von der ersten Anfrage bis zum fertigen Bericht durchläuft eine Messung fünf feste Schritte. Das gilt für eine Thermografie, einen Blower-Door-Test oder beide zusammen.
- Klären Sie den Anlass: Suchen Sie Schwachstellen vor der Sanierung, oder wollen Sie eine fertige Sanierung abnehmen?
- Vereinbaren Sie den Termin in der Heizperiode, weil beide Messungen einen deutlichen Temperaturunterschied und ein möglichst dichtes Haus brauchen.
- Schließen Sie vor dem Blower-Door-Test alle Fenster, Türen, Kamin- und Lüftungsklappen, und lassen Sie das Messteam in alle Räume.
- Lassen Sie die Fachfirma messen und, bei der Thermografie, die Bilder aufnehmen. Beim Blower-Door-Test dauert die reine Messung meist ein bis zwei Stunden.
- Nehmen Sie den Bericht mit Bildern, dem gemessenen Wert und Empfehlungen entgegen, und besprechen Sie ihn mit einem Energieberater, bevor Sie Handwerkerangebote einholen.
Zahlt das BAFA für Thermografie und Blower-Door-Test?
Als eigene Leistung übernimmt die Förderbehörde BAFA die Kosten für Thermografie oder Blower-Door-Test nicht. Gefördert werden beide, wenn sie Teil einer bezuschussten Baubegleitung durch einen Fachmann sind. Der Bund trägt dort 50 Prozent der Kosten, gedeckelt auf 5.000 bis 40.000 Euro, je nach Programm und Hausgröße.
Zahlen Sie beide Messungen selbst, können Sie das Honorar unter Umständen als Handwerkerleistung in der Steuererklärung angeben. Oder Sie setzen es über den Steuerbonus für energetische Sanierung ab, wenn die Messung Teil einer geförderten Maßnahme wie Dämmung oder Fenstertausch ist.
Holen Sie in jedem Fall ein Angebot ein, das Anfahrt, Messzeit und Bericht einzeln ausweist. Manche Anbieter rechnen die Auswertung in den Messpreis ein, andere stellen sie gesondert in Rechnung. Ein schriftliches Angebot lässt sich außerdem leichter mit dem Förderbescheid abgleichen, wenn die Leistung Teil einer Baubegleitung wird.
Bewahren Sie Bericht und Rechnung in jedem Fall auf, auch ohne Förderung. Beim späteren Verkauf des Hauses belegen beide Dokumente gegenüber Kaufinteressenten, dass die Sanierung fachgerecht geprüft wurde.
Häufige Fragen
Was kostet eine Thermografie-Aufnahme für ein Einfamilienhaus?
Eine einfache Außenaufnahme mit kurzer Auswertung kostet ab etwa 250 Euro netto, ein vollständiger Bericht mit Empfehlungen für alle Fassaden 450 bis 650 Euro netto. Der Preis hängt von der Hausgröße ab und davon, ob auch Innenräume aufgenommen werden.
Was kostet ein Blower-Door-Test mit Suche nach undichten Stellen?
Ein Blower-Door-Test mit Suche nach undichten Stellen kostet für ein Einfamilienhaus 400 bis 700 Euro. Darin steckt die Suche nach den konkreten undichten Stellen, nicht nur der gemessene Wert für den Luftwechsel.
Muss ich einen Blower-Door-Test machen, wenn ich eine Lüftungsanlage einbaue?
Einen Blower-Door-Test schreibt dafür kein Gesetz vor. Für Häuser mit Lüftungsanlage gilt aber ein strengerer Grenzwert für den Luftwechsel als für Häuser ohne. Ohne Messung wissen Sie nicht, ob Ihr Haus diesen Wert einhält.
Kann ich Thermografie und Blower-Door-Test von der Steuer absetzen?
Ja, wenn die Messung Teil einer energetischen Maßnahme ist, die der Steuerbonus für energetische Sanierung fördert, können Sie die Kosten darüber absetzen. Als reine Diagnose ohne anschließende Maßnahme klappt das nicht automatisch.
Zeigt eine Thermografie-Aufnahme auch Schimmelrisiken?
Eine Thermografie-Aufnahme zeigt kalte Oberflächen, an denen sich eher Feuchtigkeit niederschlägt, und liefert damit einen Hinweis auf ein höheres Schimmelrisiko. Ob dort schon Feuchte oder Schimmel vorhanden ist, zeigt sie nicht. Dafür braucht es eine Feuchtemessung vor Ort.
Kann ich Thermografie und Blower-Door-Test am selben Termin machen lassen?
Viele Fachfirmen bieten beide Messungen im selben Termin an, weil sich Anfahrt und Vorbereitung überschneiden. Das senkt die Gesamtkosten gegenüber zwei getrennten Terminen. Am größten Nutzen ändert das aber nichts: Die Thermografie gehört vor die Sanierung, der Blower-Door-Test danach.
